Ärzteorganisation muss Cass-Review recht geben
Arzt

Fakten stechen Ideologie. Das musste auch Großbritanniens größte Ärzteorganisation einsehen. Die British Medical Association (BMA) hatte 2024 den „Cass Review“ heftig kritisiert und strikt zurückgewiesen. Nun musste die BMA nach zweijähriger interner Prüfung einräumen, dass Hilary Cass mit ihrer Studie Recht hatte, und dass ihre Empfehlungen zum Umgang mit minderjährigen Patienten, die sich als „trans“ identifizieren, sinnvoll waren.

Zur Erinnerung: Die Kinderärztin und ehemalige Präsidentin des Royal College für Pädiatrie und Kindergesundheit, Hilary Cass, und ihr Team hatten 50 Studien über Pubertätsblocker sowie 53 Studien über Hormonbehandlungen analysiert. Ihre große Überblicksstudie, die Daten von 113.000 Kindern über einen Zeitraum von vier Jahren auswertete, stellte fest, dass die bisherige Forschung keine Belege zum Nutzen der trans-affirmativen Behandlung vorweisen konnte. Stattdessen konnte das Team beobachten, dass die Behandlung der Minderjährigen mit Pubertätsblockern und Hormonen einen immenses Risiko darstellte, das dem ärztlichen Prinzip „Zuerst einmal keinen Schaden anrichten“ vollkommen widersprach.

BMA evaluiert zwei Jahre

Rückblickend lässt sich der Cass-Review als internationaler Wendepunkt beim Schutz Minderjähriger vor der Trans-Ideologie ausmachen. Zahlreiche Ärzteverbände und politisch Verantwortliche konnten die Realität nicht länger leugnen. Es gab keine empirisch verifizierbaren Argumente, um Kinder weiterhin zu verstümmeln, wie sehr sie selbst auch eine Transgender-Behandlung forderten. Vielmehr schien eine Psychotherapie der größtenteils von psychischen Problemen belasteten Teenager der richtige Weg zu sein.

Der Cass-Review hatte damals einen heftigen Konflikt zwischen der Führungsriege der BMA und Teilen ihrer medizinischen Basismitglieder ausgelöst. Während die politische Ebene der BMA entsprechend des ideologischen Drucks der Trans-Lobby den Cass-Bericht ablehnte, fühlten sich die meisten Mitglieder unter den Ärzten den medizinischen Prinzipien verpflichtet. Die Folge war der Einsatz einer internen Evaluierungsgruppe.

Vollumfängliche Bestätigung des Cass-Berichts

Nach Abschluss ihrer Auswertung veröffentlichte die BMA nun ein Papier mit dem Titel „Cass Review: Evidence, Interpretation, and Implementation“. David Strain, einer der federführenden Autoren, erklärte gegenüber der Times, Hilary Cass sei „in ihrer Herangehensweise an die Daten bestätigt worden“. Auf die Frage, ob er eine einzige ihrer 32 Empfehlungen nennen könne, die die BMA derzeit ablehne, antwortete Strain: „Das kann ich nicht.“ Angesichts der gravierenden Evidenzmängel gelte die oberste Regel der Medizin: „Zuallererst: füge keinen Schaden zu.“