Ein bisschen Schummeln, damit Krankenkassen Transgender-Eingriffe zahlen? Die Vizepräsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, Sabine Maur, hat ihr Amt niedergelegt, nachdem Äußerungen von ihr aus einer Online-Fortbildung in die Öffentlichkeit gerieten. Maur tritt auch als Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz zurück. Laut Berichten der Welt soll sie vor anderen Psychotherapeuten „Tipps“ verbreitet haben, wie für geschlechtsverändernde Eingriffe eine Kostenübernahme durch die Kassen zu erreichen sei.
Konkret geht es um einen geleakten Video-Mitschnitt aus dem Herbst 2025, und darin um Trans-Personen, die sich als „non-binär“, also weder als Frau noch als Mann identifizieren. Diese besondere Kombination – „trans“ aber „non-binär“ – ist im Leistungskatalog der Kassen nicht vorgesehen. Das heißt, sie übernehmen die Kosten für Transgender-Operationen, Hormontherapien und medizinische Versorgung nicht. Patienten, die sich hingegen eindeutig dem anderen Geschlecht zuordnen, können mithilfe entsprechender Gutachten, eine Übernahmen dieser Kosten beantragen.
Non-Binarität verschweigen?
Welt zufolge, soll Maur in dem Webinar gesagt haben, die Rechtslage zur Kostenübernahme von Behandlungen „nicht-binärer Trans-Personen“ durch die Krankenkassen bringe „beknackte ethische Konflikte“ mit sich. Daraufhin soll sie Tipps gegeben haben, wie Psychotherapeuten die rechtlichen Vorgaben umgehen könnten.
Im Zuge eines Gerichtsverfahrens zur Veröffentlichung des Video-Mitschnitts soll Maur eingeräumt haben, „im Rahmen der Kostenerstattung für geschlechtsangleichende Maßnahmen bei non-binären Patienten gegenüber den Krankenkassen einen Hinweis auf die Non-Binarität des jeweiligen Patienten zu unterlassen, obwohl ihr bewusst ist, dass eine Kostenerstattung für geschlechtsangleichende Maßnahmen bei non-binären Patienten ausgeschlossen ist“.
Unentschieden und unsicher
Non-binäre Patienten wollen sich auf keine Geschlechtsidentität festlegen. Sie wollen sich nicht entscheiden und erheben diesen Schwebezustand zur eigenständigen Identität. Doch dahinter verbirgt sich tiefe Verunsicherung. Für jede seriöse Psychotherapie liegt genau hier der Ansatzpunkt. Maurs Anliegen ist es jedoch „Versorgungslücken für non-binäre Menschen durch eine Anpassung des Leistungsrechts endlich zu schließen“. Dass sie nun von ihren Ämtern zurückgetreten ist, ist eine gute Nachricht.

